Tourenvorschläge

Die Siegerlandhütte ist umgeben von einem Kranz herrlicher Dreitausender-Gipfel. Dem erfahrenen Bergsteiger bieten sich zahlreiche interessante Touren in einer unberührten Naturlandschaft ohne menschliche Eingriffe an.

Achtung!

Bitte beachten Sie bei Ihrer individuellen Tourenplanung den nachfolgenden Hinweis:
Wie im gesamten Alpenraum beobachten wir auch im Umfeld der Siegerlandhütte in jüngerer Zeit einen erheblichen Rückgang der Gletscher. Aus diesem Grund sind einige der in früheren Führerwerken beschriebenen Touren nicht mehr oder nur noch unter erschwerten Bedingungen durchführbar. Im Zweifelsfalle empfehlen wir daher vor der Tour eine Kontaktaufnahme zu unserem Verein.

Hier eine kleine Auswahl der am häufigsten durchgeführten Touren:

Scheiblehnkogel 3.060 m

Der Hausberg der Siegerlandhütte ist wohl einer der aussichtsreichsten Gipfel des Windachtales. Seine südliche Lage beschert uns an klaren Tagen einen Blick auf die Felsburgen der Dolomiten. Marmolata, Langkofel und wie sie alle heißen, sie stehen am Horizont Spalier. Aber auch die Ortlerberge und die Ötztaler Alpen wollen bewundert werden.
Von der Siegerlandhütte steigen wir zunächst auf dem Hüttenweg rund einhundert Höhenmeter ab. Ein Wegweiser führt uns zum kleinen Moränensee, den der schmelzende Scheiblehnferner in den letzten 50 Jahren hinterlassen hat. Weitere Wegweiser und Markierungen zeigen uns den Weg über eine alte Moräne und führen ins große Kar zwischen Scheiblehn- und Hinteren Kitzkogel. Hier ist die tiefste Scharte im Grenzkamm unser Ziel. Über grobes Blockwerk und spärliche Pfadspuren gelangen wir nach ca. 1,5 Stunden zum Gipfel.

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Sonklarspitze 3.450m

Der abwechslungsreichste Gipfel im Hüttenbereich ist die Sonklarspitze, mit 3.450m Höhe auch einer der höchsten Berge der Stubaier Alpen. Verschiedene Anstiege über Fels und Eis führen auf den Gipfel. Sehr abwechslungsreich ist der Normalweg über den felsigen Grat aufs Hohe Eis und von dort über die vergletscherte Gipfelhochfläche. Den 2. Schwierigkeitsgrad sollte man allerdings beherrschen oder in Begleitung eines erfahrenen Kameraden oder Bergführers gehen. Die Route ist bis zum Grat neu markiert. Am Grat helfen Steinmänner und Steigspuren bei der Orientierung. Nach gut drei Sunden stehen wir am Gipfel.
Eine besondere Überraschung hatte der Berg im Sommer 2007 zu bieten. Auf dem vergletscherten Übergang zwischen Hohem Eis und Sonklargipfel hat sich ein kristallklarer See gebildet.

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Zuckerhütl 3.505m

Der höchste Berg der Stubaier Alpen, das 3.505m hohe Zuckerhütl, ist auf drei verschiedenen Wegen von der Siegerlandhütte zu erreichen. Für alle Routen sollte man den 2. Schwierigkeitsgrad und Spaltenbergungsmethoden beherrschen.
Der kürzeste Weg führt von der Siegerlandhütte über den flachen Triebenkarlesferner bis unter den Pfaffensattel. Hier helfen uns die im Jahre 2007 erneuerten Drahtseile bei der Routenfindung und geben Sicherheit. Oben im Sattel steigen wir auf der Normalroute über Firn oder Blankeis so hoch wie möglich, um am Beginn der Felsen nach links in die Südflanke auszuweichen. Wir folgen den Pfadspuren und erreichen nach ca. 3,5 Stunden den Gipfel.
Die schönste Route benutzt den Weg zur Hildesheimer Hütte bis zur Gamsfalle. Von dort gelangen wir über Schrofen und Schneefelder zum Punkt 3.230 im Westgrat der Pfaffenschneide. Von dort verfolgen wir über den Gipfel der Pfaffenschneide stets den Grat. Nach etwa fünf Stunden sind wir am Ziel.
Der leichteste Weg führt uns über das Gamsplatzl. Auf der Hildesheimer Seite steigen wir etwa 100 Höhenmeter ab und betreten den Pfaffenferner an seinem östlichen Rand. Die Spaltenzone rechts umgehend, gelangen wir zum Pfaffenjoch und in die Spur von der Hildesheimer Hütte. Der Weiterweg führt uns über den oberen flachen Teil des Sulzenauferners bis in den Pfaffensattel. Von hier verfolgen wir den Gipfelanstieg wie vorne beschrieben. Auch für diese Route benötigen wir etwa fünf Stunden.
Eine Kombination der Routen ist sehr gut möglich. Ebenso können wir über eine dieser Routen zu den Nachbarhütten gelangen.
Eine ideale Rundtour über die höchsten Stubaier Gipfel, der Hochstubai-Express, ergibt sich bei folgender Kombination: Wir starten im Schaufeljoch (Stubaier Gletscherbahn) oder bei der Hildesheimer Hütte, besteigen Zuckerhütl und Wilden Pfaff, steigen vom Pfaffensattel zur Siegerlandhütte, überschreiten die Sonklarspitze Richtung Müllerhütte oder Becherhaus, um am dritten Tag über den Wilden Freiger zurück ins Stubaital zu gelangen.
Details zu dieser Route und weitere Anregungen sind dem Büchlein "Söldens stille Seite" zu entnehmen, das die Sektion Siegerland im Febr. 2008 herausgegeben hat.
Alternativ auch der Aufstieg über den Steig zum Pfaffensattel.

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Gaiskogel 3.128m

Auf dem Weg zur Siegerlandhütte fällt der Gaiskogel jedem Wanderer auf. Als steile Pyramide begleitet uns der Berg einen Großteil des Weges. Aber auch von der Siegerlandhütte oder vom Weg zum Gamsplatzl zeigt der Berg seine prächtige Form. Trotzdem findet sich eine einfache Route zum Gipfel.
Wir wandern auf dem Weg, der Siegerland- und Hildesheimer Hütte miteinander verbindet, bis zum Triebenkarsee. Hinter dem See führen schwache Spuren hinauf zum Südostgrat und entlang dieses Grates bis zum Gipfel, den man in ca. zwei Stunden erreicht. Die Begehung ist nirgendwo schwierig, aber immer ausgesetzt und häufig durch grasige Bänder unterbrochen. Die Route ist so steil, dass jeder Ausrutscher zum Absturz führen kann. Bei Nässe ist eine Besteigung nicht zu empfehlen.

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